Ausstellung

„Schatzkammer der Reformation. Das UNESCO-Dokumentenerbe im Spiegel der Büchersammlung des Fürsten Georg III. von Anhalt“ 
Eine Ausstellung der Anhaltischen Landesbücherei Dessau im Museum für Stadtgeschichte Dessau, Johannbau

Eine Ausstellung der Anhaltischen Landesbücherei Dessau im Museum für Stadtgeschichte Dessau, Johannbau

Schlossplatz 3a
06844 Dessau-Roßlau
www.schatzkammer-der-reformation.de

Öffnungszeiten: Di – So, 10 – 17 Uhr
Eintritt: 4,50 € (ermäßigt 3,50 €)
Gruppenführungen: 40,00 € (ermäßigt 25,00 €)
zzgl. Eintritt pro Person
Öffentliche Führungen: jeweils Sa 14 Uhr und So 10 Uhr, 5,50 € pro Person

Führungen Informationen und Buchung:

Tourist-Information Dessau
Zerbster Str. 2c
06844 Dessau-Roßlau
Tel. 0340 2041442 | touristinfo(at)dessau-rosslau.de

Museumspädagogische Angebote für Schüler und Erwachsene Informationen und Buchung:

Birgitt Wetzel
Museumspädagogischer Dienst
Tel. 0340 5168433 | mdd(at)dessauweb.de

Die Ausstellung wird gefördert von

Land Sachsen-Anhalt, Bayer Bitterfeld GmbH, Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, Stadtwerke Dessau GmbH, Wohnungsverein Dessau eG

Kooperationspartner

Evangelische Erwachsenenbildung Anhalt, Evangelische Landeskirche Anhalts, Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg, Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Luther 2017, Museum für Stadtgeschichte Dessau, Museumspädagogischer Dienst Dessau, Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau mbH, Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena

Georg III. von Anhalt

Georg III. von Anhalt, genannt der »Gottselige«, wurde am 15. August 1507 als zweitältester Sohn des Fürstenpaares Ernst von Anhalt und Margarethe, geb. von Münsterberg, im Dessauer Schloss geboren. Streng im katholischen Glauben erzogen, wurde er schon in jungen Jahren Dompropst in Magdeburg und Domherr in Merseburg. 
Nach dem Tod der Mutter wandten sich der Fürst und seine Brüder der Reformation zu. Seitdem stand Georg III. in engem Kontakt mit Martin Luther und Philipp Melanchthon. Von 1544 bis 1548 wirkte er als evangelischer Bischof von Merseburg. Gemeinsam mit Melanchthon verfasste er die kursächsische »Georgsagende«. 
Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg widmete er sich der Drucklegung seiner Schriften, mit denen er die Sache der Reformation verteidigte. Georg III. starb am 17. Oktober 1553 im Dessauer Schloss.

Die Reformation in Anhalt-Dessau

Fürstin Margarethe von Münsterberg, die Witwe des 1516 verstorbenen Fürsten Ernst von Anhalt, wandte sich als Verfechterin der alten Kirche gegen die Einführung der Reformation. 1525 initiierte sie den »Dessauer Bund«, ein religionspolitisches Bündnis zur Bekämpfung der »Luterisch secten«, während Anhalt-Köthen 1525/26 die Reformation einführte. Erst nach Margarethes Tod im Jahr 1530 setzten Georg III. und seine Brüder die Reformation in Anhalt-Dessau durch. 1534 wurde in der Dessauer Marienkirche erstmals das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht. Die sogenannte »Georgsbibliothek« versammelt in seltener Vollständigkeit die Schriften der Reformatoren und ihrer Gegner. Ihr Bestand spiegelt das starke Interesse der anhaltischen Fürsten an den politischen und geistigen Auseinandersetzungen der Reformationszeit.

Luthers Vorlesung über den Römerbrief (1515/16)

Luthers Vorlesung über den Römerbrief des Apostels Paulus (1515/16) ist ein Meilenstein in Luthers religiöser und theologischer Entwicklung, vielen gilt sie als seine wichtigste Vorlesung überhaupt. In ihr entwickelt Luther die theologischen Grundlagen der Reformation. 
Die studentische Mitschrift von Sigismundus Reichenbach aus dem Besitz Georgs III. gibt einen lebendigen Einblick in die entscheidende Phase in Luthers früher religiöser und theologischer Entwicklung. Sie zeigt Luther als Lehrer und werdenden Reformator, dessen befreiende Erkenntnis der Gerechtigkeit Gottes sein späteres Denken und Handeln bestimmt. 
In das UNESCO-Register »Memory of the World« werden Dokumente aufgenommen, »die das kollektive Gedächtnis der Menschen in den verschiedenen Ländern unserer Erde repräsentieren«.
Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist die Dessauer Cranachbibel mit Miniaturmalereien von Lucas Cranach dem Jüngeren. Zu sehen sind etwa 60 seltene Drucke, Handschriften und Illustrationen aus dem Mittelalter und der Zeit der Reformation.